Der Aus- und Umbau der Stromnetze und der dazugehörenden Anlagen verschlingt enorme Summen. Deshalb müssen verantwortungsvoll handelnde Stromnetzplaner in Jahrzehnten denken. Was angesichts der rasanten Entwicklung zu einem echten Dilemma führt. Denn niemand kann heute abschätzen, was in den nächsten zehn oder auch nur fünf Jahren in Sachen Stromnetztechnik und in puncto Strombedarf passiert. Zumindest nicht genau genug, um auf Basis solcher Prognosen Millionen zu investieren.
 

Zusammen mit der Wissenschaft

Um ihre Planungen auf eine belastbarere Grundlage zu stellen, kooperieren die Verantwortlichen der SWG-Tochter Mittelhessen Netz (MIT.N) schon seit Jahren mit der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM). Im Rahmen dieser Zusammenarbeit entstand ein digitales Werkzeug, mit dem sich die zukünftigen Anforderungen an das Stromnetz simulieren lassen. Jeweils ausgehend vom aktuellen Stand berechnet die intelligente Software verschiedene Entwicklungspfade und deren Eintrittswahrscheinlichkeit. Auf diese Weise erlangen die Spezialistinnen und Spezialisten der MIT.N zwar keine absolute Sicherheit. Aber problematische Fehlinvestitionen sollten sich mit dem System ausschließen lassen.

Die intelligente Netzsimulation geht aus einem Forschungsprojekt von THM und SWG hervor, das der Staat gefördert hat. Und dies aus gutem Grund: Weil das Stromnetz der SWG praktisch alle in Deutschland vorkommenden Konstellationen abdeckt – vom dicht besiedelten Innenstadtbereich über großzügige Vororte bis hin zu relativ ländlich geprägten Kommunen – sind die Erfahrungen mit der Netzsimulation von nationalem Interesse. Denn die Ergebnisse der Software sind auf sämtliche hierzulande bestehenden Stromnetze übertragbar.

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